Wissenschaftlicher Name
Mentha pulegium L.
Synonyme
Pulegium vulgare Mill.
Deutscher Name
Polei-Minze
Familie
Lamiaceae (Lippenblütengewächse, Lippenblütler)
Beschreibung
Niederliegend bis aufsteigend, mit unter- und oberirdischen Ausläufern. Die Blätter sind kurz gestielt, oval und grob gezähnt und hellgrün. Die Pflanze hat einen aromatischen Minzgeruch. Die kleinen, etwa 5 mm langen rosafarbenen Blüten stehen in vielblütigen Scheinquirlen in den Achseln kleiner Laubblätter. Der Kelch ist schwach 2-lippig und innen behaart.
Status
RL Hessen 2, RL H SW 2. – Stark rückläufig durch die Verbauung, aber auch die Nutzungsaufgabe der Uferbereiche von Flüssen.
Ökologie
Auf offenen, feuchten, nährstoffreichen Böden an Ufern, besonders auf Weiden oder vom Menschen regelmäßig betretenen Uferbereichen. Die konkurrenzschwache Art ist auf Störstellen in der Vegetation angewiesen.
Dillenius (1719) gab die Polei-Minze von Rödelheim an. Hier kam sie noch Anfang des 20. Jh. vor: Martin Dürer sammelte sie an den Eisteichen bei Rödelheim im Bereich des heutigen Autobahnkreuzes West. Im 19. Jh. bestanden auch Vorkommen am Main. Reichard (1772/1778) kannte sie vom Grindbrunnen (Bereich „Nizza“). Weitere Funde aus Schwanheim und Niederrad. Keine aktuellen Vorkommen bekannt.

Die Polei-Minze gehört zu den auf „Störungen“ angewiesenen Arten. In manchen Gebieten schafft heute regelmäßiges Betreten von Uferbereichen durch Angler oder Badende Ersatz für die ehemals durch Beweidung entstandenen Störstellen.
Dillenius, J.J. (1719): Catalogus Plantarum sponte circa Gissam nescentium. Cum Appendici, qua Plantae post editum Catalogum, circa & extra Gissam observatae recensentur, Specierum novarum vel dubiarum Descriptiones traduntur, & Genera Plantarum nova figuris aeneis illustrata, describuntur: Pro Supplendis Institionibus rei Herbariae Josephi Pitton Tourneforth. – [XVI] + 240 + [16] S. Appendix [12] + 174 +2 S., Tab. I–XVI Joh. Maximilanus à Sande, Francofurti ad Moenam. * Reichard, J.J. (1772/1778): Flora Moeno-francofurtana enumerans stirpes circa Francofurtum ad Moenum crescentes secundum methodum sexualem. – [10] + 112 + [4] S. & [8] + 196 + [10] S. + 1 tab. Henricus Ludovicus Broenner, Francofurtum ad Moenum.