Wissenschaftlicher Name
Linum austriacum L.
Synonyme
Deutscher Name
Österreichischer Lein
Familie
Linaceae (Leingewächse)
Beschreibung
Ausdauerndes, 30–60 cm hohes, zartes Kraut. Blätter wechselständig, schmal lanzettlich, bläulich-grün. Kelchblätter spitz, alle gleich lang. 5 blaue Kronblätter, 10–15 mm lang. Frucht eine bis 5 mm lange Kapsel, darin typische „Leinsamen“. Fruchtstiele waagrecht bis abwärts gekrümmt (Unterschied zu L. perenne). Blütezeit Mai–Juli.
Status
Neueinwanderer (Neophyt), ursprünglich vermutlich aus Vorderasien. Bei österreichischen Populationen wird diskutiert, ob diese einheimisch sein könnten. Obwohl die Art gebietsweise große Populationen aufbauen kann, gilt sie in Hessen als noch in Einbürgerung begriffen. Nach BNatSchG besonders geschützt.
Ökologie
In Magerrasen und auf Ruderalstellen auf trocken-warmen Standorten.
Eine Angabe aus dem 19. Jh. gehört möglicherweise zu L. perenne und ist ohne Herbarmaterial leider nicht zu bestätigen. Die Art wurde jedoch seit 1988 mehrfach gefunden (Dechent et al. 1991). Die Funde stammen fast alle von Bahn- oder Straßenböschungen und gehen häufig auf Ansaaten zurück. Bisher hat sich die Sippe bei uns nicht dauerhaft etablieren können.
Ähnlich L. perenne, vermutlich häufiger mit diesem verwechselt und oft – im Glauben eine einheimische Pflanze zu fördern – ausgebracht. Die Art ist aber vor dem 19. Jahrhundert nicht aus Deutschland belegt (Meierott 1990).
Dechent, H.-J., Kramer, H., Peukert, M., Redeker, H. & Böffinger, A. (1991): Floristische Beobachtungen aus dem Stadtgebiet Frankfurt am Main. Bot. Naturschutz Hessen, 5: 70–100. * Meierott L. (1990): Die Linum perenne-Gruppe in Nordbayern. Tuexenia 10: 25–40.