Wissenschaftlicher Name
Hyoscyamus niger L.
Synonyme
Deutscher Name
Schwarzes Bilsenkraut
Familie
Solanaceae (Nachtschattengewächse)
Beschreibung
Ein- bis zweijährig, bis 80 cm hoch. Stängel und Kelch drüsig-zottig behaart. Blätter bis 20 cm lang, eiförmig, am Rand buchtig eingeschnitten. Untere Blätter gestielt, obere Blätter sitzend. Kelch mit 5 stechenden Zipfeln. Blütenkrone schmutziggelb mit violetten Netzadern. Schlund rotviolett. Frucht eine Kapsel mit bis zu 500 nierenförmigen, 1,3 mm langen und 1 mm breiten, sehr langlebigen Samen. Blütezeit: Juni–Juli.
Status
Alteinwanderer (Archäophyt), Heilpflanze. RL Hessen 3, RL H SW 3.
Ökologie
Lichtliebend, auf wärmebegünstigten, nährstoffreichen, basischen Stellen, z. B. auf Schutt oder am Fuß von Mauern.
Die Nutzung als Rauschmittel ist in Frankfurt aus der 1. Hälfte des 18. Jh. dokumentiert (Spilger 1941). Das Auftreten in historischer Zeit wird treffend von Fuckel (1856) beschrieben: „Tritt in manchen Jahren häufig auf, und verschwindet dann wieder auf einige Jahre.“ Vorkommen, der heute im Stadtgebiet seltenen Art, sind unbeständig. Sie erscheint insbesondere nach Bauarbeiten mit Erdbewegungen.

Die Art ist durch Hyoscyamin und Atropin stark giftig, ähnlich der Tollkirsche. Sie diente früher u. a. als Betäubungsmittel.
Fuckel, L. (1856): Nassaus Flora. Ein Taschenbuch zum Gebrauche bei botanischen Excursionen in die vaterländische Pflanzenwelt. Phanerogamen. – Kreidel und Niedner, Wiesbaden. LXIV, 383 + XX Seiten, 1 geognostische Karte, 11 analytische Tafeln. * Spilger, L. (1941): Senckenberg als Botaniker und die Flora von Frankfurt zu Senckenberg’s Zeiten. Abh. Senckenberg. Naturf. Ges., 458: 1–175.