Wissenschaftlicher Name
Eriophorum angustifolium Honck.
Synonyme
Eriophorum polystachion L. p. p.
Deutscher Name
Schmalblättriges Wollgras
Familie
Cyperaceae (Riedgrasgewächse, Sauergräser)
Beschreibung
Mehrjährig, bis 70 cm hoch mit langen Ausläufern. Stängel rund, im oberen Bereich schwach 3-kantig, glatt. Blätter rinnig, leicht gekielt, ca. 5 mm breit, dunkelgrün, teilweise bronzefarbig. 3–5 gestielte Ährchen, Ährchenstiele glatt. Zur Fruchtzeit durch lange, weißliche Borsten auffällig, worauf der Name Wollgras Bezug nimmt.
Status
RL Hessen 3, RL H SW 3. – Durch die Nutzungsaufgabe und Entwässerung von Nasswiesen stark rückläufig. Derartige Flächen werden heute von der Landwirtschaft kaum mehr genutzt und können nur durch Pflege erhalten werden.
Ökologie
Das Schmalblättrige Wollgras hat eine weite ökologische Amplitude und besiedelt mit Ausnahme von ungestörten Hochmooren alle Moortypen sowie Nasswiesen. Indifferent gegenüber dem Basengehalt.
Nach Becker (1827) gemein an sumpfigen, torfigen Stellen. Leider sind genaue Angaben kaum bekannt. Reichard (1772/1778) nennt Wollgras für feuchte Wiesen hinter dem Bornheimer Wald und Martin Dürer hat in seinem Kartenwerk Nasswiesen nördlich des Riederwalds verzeichnet. Die Art war im 19. Jahrhundert sicher in allen Feuchtgebieten Frankfurts, wie dem Altmainlauf zwischen Bergen und dem heutigen Ostpark, vorhanden.

Die Trennung der beiden Arten Eriophorum angustifolium und E. latifolium gelang im 19. und teilweise sogar im 20. Jahrhundert nur unvollständig, so dass Literaturangaben zu diesen Arten durch Herbarbelege überprüft werden müssen.
Becker, J. (1827): Flora der Gegend um Frankfurt am Main. – 509 S. Ludwig Reinherz, Frankfurt a.M. „1828“. * Reichard, J.J. (1772/1778): Flora Moeno-francofurtana enumerans stirpes circa Francofurtum ad Moenum crescentes secundum methodum sexualem. – [10] + 112 + [4] S. & [8] + 196 + [10] S. + 1 tab. Henricus Ludovicus Broenner, Francofurtum ad Moenum.