Wissenschaftlicher Name
Dactylorhiza sambucina (L.) Soó
Synonyme
Orchis sambucina L.
Orchis latifolia L. p. p.
Dactylorhiza latifolia (L.) H. Baumann & Künkele
Deutscher Name
Holunder-Fingerwurz, Holunder-Knabenkraut
Familie
Orchidaceae (Knabenkrautgewächse, Orchideen)
Beschreibung
Bis 30 cm hohe Pflanze mit 4–7, eilanzettlichen, aufrecht abstehenden und ungefleckten Blättern. Stängel hohl. Blütenstand eiförmig, dicht, wenigblütig. Tragblätter grün, etwa so lang wie die Blüten. Blüten entweder gelb mit purpurnen Punkten auf der Lippe oder purpurrot, mit Holunderduft, Lippe undeutlich 3-lappig, Sporn sehr dick, spitz, so lang wie der Fruchtknoten und schräg abwärts gerichtet.
Status
Besonders geschützt nach BNatSchG. RL Hessen 0, RL H SW 0. – Durch Intensivierung und Aufgabe der Nutzung von magerem Grünland ist die Art in den letzten Jahrzehnten extrem rückläufig und gebietsweise ausgestorben. Größere Vorkommen bestehen in Deutschland nur noch im Alpenraum.
Ökologie
Kalkmeidende Art von Magerrasen und mageren Wiesen in Silikatgebieten. Fast alle deutschen Vorkommen liegen im Mittelgebirge, nur im Oberrheingebiet auch in tieferen Lagen.
Becker (1827) kannte die Art vom „kleinen Tannenacker“ (häufig) und der kleinen Saustiege (seltener). Beide Vorkommen lagen nördlich des heutigen Unterschweinstiege-Kreisels. Von Martin Dürer ist die Art nicht belegt worden und war vielleicht zu seiner Beobachtungszeit (ca. 1880–1920) bereits in Frankfurt erloschen.
Wie viele andere Orchideen-Arten bietet auch das Holunder-Knabenkraut den Bestäubern keine Belohnung und ist daher als Täuschblume einzustufen. Die Art ist die einzige heimische Orchidee die regelmäßig in zwei Farbvarianten vorkommt.
Becker, J. (1827): Flora der Gegend um Frankfurt am Main. Erste Abtheilung. Phanerogamie. – 509 S. Ludwig Reinherz, Frankfurt a.M. „1828“.