Wissenschaftlicher Name
Asplenium scolopendrium L.
Synonyme
Phyllitis scolopendrium (L.) Newman
Scolopendrium officinarum Sw.
Scolopendrium officinarum Sw.
Deutscher Name
Hirschzunge
Familie
Aspleniaceae (Streifenfarngewächse)
Beschreibung
Ausdauernder Farn mit kurzem, aufsteigendem Rhizom. Blätter dunkelgrün, glänzend, in Büscheln, wintergrün, bis 60 cm lang, 8–10 cm breit. Blattspreite im Gegensatz zu den anderen einheimischen Farnen ungeteilt, lanzettlich, gespitzt, am Grund herzförmig. Der Blattstiel v. a. am Grund mit langen, schmalen Spreuschuppen besetzt. Vermehrung durch Sporen auf der Blattunterseite, diese in strichförmigen Sori.
Status
In Hessen einheimisch (indigen). Rote Liste Hessen R, RL HE SW R. Die Art ist nach BNatSchG besonders geschützt. In Frankfurt Neueinwanderer (Neophyt), nur auf anthropogenen Wuchsorten.
Ökologie
Primärstandorte sind Felsen in luftfeuchtem Klima, Schluchtwälder, Block- und Schutthalden. Im Gebiet nur auf Sekundärstandorten wie Brunnenschächten und Mauern.
Die Art fehlt in allen frühen Florenwerken des Gebietes. Der älteste Nachweis ist eine Notiz von J. Scherbius zu Beginn des 19. Jh.: „In Brunnen zu Ginnheim.“ (Buttler & Klein 2000). 1994 wurde die Art an einer Friedhofsmauer in Oberrad beobachtet, einige Jahre später am Fuß eines Bahnsteigs am Ostbahnhof. Gelegentlich wird der attraktive Farn auch an Mauern gepflanzt.

Der deutsche Name „Hirschzunge“ geht auf die zungenförmigen Blätter zurück.
Buttler, K. P. & Klein, W. (2000): Oekonomisch-technische Flora der Wetterau von G. Gaertner, Dr. B. Meyer und Dr. J. Scherbius. Taxonomie, Nomenklatur und Floristik: eine Auswertung des Gefäßpflanzenteils. Jahresber. Wetterauer Ges. Gesamte Naturk. Hanau, 149–151: 1–494.