Wissenschaftlicher Name
Turgenia latifolia (L.) Hoffm.
Synonyme
Caucalis latifolia L.
Deutscher Name
Breitblättrige Turgenie, Breitblättrige Haftdolde
Familie
Apiaceae (Doldengewächse, Doldenblütler)
Beschreibung
Einjährige Pflanze, bis 50 cm hoch. Große, einfach gefiederte Blätter mit tief kerbig eingeschnitten Teilfiedern. Ganze Pflanze mit unauffälligen, kurzen Borsten bedeckt. Blütenstände mit bis zu 5 Döldchen. Tragblätter der Dolden und Döldchen mit breitem weißem Hautrand. Blüten bis 1 cm lang, gelblichweiß, auffallend. Unverkennbare Früchte bis 1 cm lang, dicht mit kleinen Widerhaken besetzt.
Status
Alteinwanderer (Archäophyt). RL Hessen 0, RL H SW 0. – Durch Herbizideinsatz nahezu ausgestorben.
Ökologie
Begleitpflanze von Getreide auf kalkreichen, lehmigen Äckern.
Schon im 16. Jh. Clusius aus Frankfurt bekannt (Spilger 1941). Um 1800 ist ein Vorkommen von der Frankfurter Ziegelhütte bekannt (Buttler & Klein 2000). Wigand (1891) nennt sie von Oberrad. M. Dürer sammelte sie 1914 an einem Wegrand bei Niederrad. Die Art war offenbar nicht allgemein häufig. Neuere Frankfurter Funde fehlen.
Da die Wuchsorte der Art sich für intensiven Ackerbau eignen, ging sie nach Einführung von Herbiziden sehr schnell zurück. Es ist fraglich, ob in Deutschland noch Wildvorkommen bestehen.
Buttler, K. P. & Klein, W. (2000): Oekonomisch-technische Flora der Wetterau von G. Gaertner, Dr. B. Meyer und Dr. J. Scherbius. Taxonomie, Nomenklatur und Floristik: eine Auswertung des Gefäßpflanzenteils. Jahresber. Wetterauer Ges. Gesamte Naturk. Hanau, 149–151: 1–494. * Spilger, L. (1933): Dillenius als Erforscher der hessischen Pflanzenwelt. Ber. Oberhess. Ges. Natur- Heilk., 15: 49–101. * Wigand, A. (1891, Hrsg.: Meigen, F.): Flora von Hessen und Nassau. II. Teil. Fundorts-Verzeichnis der in Hessen und Nassau beobachteten Samenpflanzen und Pteridophyten. 565 S.+ 1 Karte, N. G. Elwertsche Verlagsbuchhandlung, Marburg.