Wissenschaftlicher Name
Anthemis cotula L.
Synonyme
Deutscher Name
Stink-Hundskamille, Stinkende Hundskamille
Familie
Asteraceae (Korbblütengewächse, Korbblütler)
Beschreibung
Einjährig, bis 50 cm hoch. Unangenehm riechend. Stängel aufrecht, zerstreut behaart. Blätter doppelt fiederspaltig, fast kahl bis zerstreut behaart. Viele kleine Einzelblüten in einem bis 3 cm breiten Köpfchen: Randlich 8–14 einseitig verlängerte, bis 14 mm lange, sterile, weiße Zungenblüten, mittig goldgelbe Röhrenblüten mit am Grunde erweiterter Röhre. Blütezeit: Juni–September.
Status
Alteinwanderer (Archäophyt) aus dem östlichen Mittelmeergebiet, etwa von Griechenland bis Syrien. RL Hessen 2, RL H SW G.
Ökologie
Wärmeliebend. Auf nährstoff- und basenreichen Lehm- und Tonböden. Auf Ruderalstellen, Schutt, an Wegen und Plätzen, auf Komposthaufen und Weideplätzen, auch auf Getreideäckern.
A. cotula gilt als Dorfpflanze, die bis Mitte des 20. Jh. in den dörflich geprägten Bereichen des Gebietes viele Wuchsorte gefunden hat und auch auf Äckern verbreitet gewesen ist. Durch die Veränderungen in der Landwirtschaft und die Verstädterung der alten Dorfkerne ist die Art aus dem Gebiet verschwunden.
Der Rückgang der Art wird auch aus anderen Regionen beobachtet, z. B. Baden-Württemberg (Sebald et al. 1996). In Nord- und Ost-Hessen kommt sie noch etwas häufiger vor. Wegen ihrer Ähnlichkeit zu Kamille wird sie gelegentlich übersehen.
Sebald, O., Seybold, S., Philippi, G. & Wörz, A. (1996): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 6: Spezieller Teil (Spermatophyta, Unterklasse Asteridae). Valerianaceae bis Asteraceae, 577 S. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim).